This article appeared in the German edition of KUM Magazin #3 and is only available in German.

Wer bist du und was machst du im Leben?
Ich bin Aquarellkünstlerin, komme ursprünglich aus Polen, wurde in Neuseeland ausgebildet und lebe derzeit in Norwegen. Ursprünglich war ich in der Architektur tätig, habe mich dann aber entschlossen, meine Träume zu verwirklichen und eine Karriere als Künstlerin anzustreben. Nach ein paar Jahren Training in Aquarellmalerei begann ich schließlich mit Unterrichten, Ausstellen und Reisen. Überall, wo ich hinkomme, versuche ich, meine Leidenschaft für die Kunst zu teilen. Ich bin ein großer Fan der Pleinair-Malerei, bei der jedes Kunstwerk eine einzigartige Geschichte, eine Erinnerung oder einen Traum widerspiegelt, der an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit gefühlt, gehört oder erlebt wurde.
Wie bist du zur Aquarellmalerei gekommen?
Die Kunst hat seit meiner Kindheit einen besonderen Platz in meinem Herzen. Ohne es zu merken, habe ich immer viel Wasser verwendet, auch bei Tempera- und Acrylfarben. Es war immer sehr ärgerlich, wenn sich das Papier wellte und die Pinsel nicht mitspielten. Als ich etwa 12 Jahre alt war, fiel mir eine Kunstzeitschrift in die Hände, in der es um Aquarelltechniken ging. Das hat mich umgehauen – das war genau das, was ich brauchte! Ich sammelte mein ganzes Taschengeld aus meinem Sparschwein und gab es für mein erstes richtiges Aquarellset aus. Seit diesem Tag haben mich die Aquarellfarben durch dick und dünn begleitet.
Drei Tipps, um den eigenen Stil zu finden
- Vertraue auf dein Bauchgefühl: Suche nach etwas, das sich angenehm und natürlich anfühlt, und zwinge dich nicht in die von anderen vorgegebenen Muster.
- Lass dich inspirieren: Erkunde lokale Galerien, Kunstgeschichte und zeitgenössische Künstler im Internet, um deine Kreativität anzuregen.
- Hab keine Angst, etwas zu vermasseln: Manchmal entstehen die brillantesten Werke aus unseren Fehlern, vor allem im Bereich der Aquarellmalerei.
Welches Medium würdest du gern noch ausprobieren?
Ich glaube, ich habe schon die meisten ausprobiert, aber ich möchte mich noch mehr mit Öl beschäftigen, und ich habe auch große Pläne, was die Bildhauerei angeht! Drück mir die Daumen!
Welches sind deine liebsten Accounts auf Instagram?
Michal Jasiewicz (@michal_jasiewicz) ist ein absoluter Favorit von mir – die Art und Weise, wie er das Licht in seiner Kunst einfängt, ist wirklich inspirierend. Ein weiteres Juwel ist Minh Dam (@minh_dam) – ich verfolge seinen Weg schon seit Ewigkeiten. Nicht zu vergessen die Gruppen der Urban Sketchers – eine großartige Möglichkeit, sich mit anderen Künstlern in der Umgebung auszutauschen. Einer meiner Helden beim Sketchen ist Darman Angir (@darman_sketcher).
Male die Piazza Maggiore mit mir
Ich saß auf der Treppe im Stadtzentrum von Bologna, Italien, und war erstaunt von all der Schönheit um mich herum! Meine Pinsel und Farben riefen mich zu einer kreativen Reise, also hatte ich keine Wahl! Trotz einer Erkältung und Müdigkeit nach einem ganzen Tag Sightseeing begann ich zu malen. Es war eine wunderbare Zeit, und jetzt habe ich ein einzigartiges, farbenfrohes Souvenir von diesem Tag.
Schritt 1
Underpainting
Beginne mit lockeren und hellen Farben, um die Grundkomposition und das Farbschema des Kunstwerks festzulegen. Entscheide, wo du warme Töne einsetzen und wo du kühle Farben beibehalten möchtest. Versuche, nicht zu genau zu sein; lass die Farbe fließen, mische sie und kreiere so einzigartige Texturen. Denke an die Farbe Weiß – lasse hierzu auf der Treppe und der Säule auf der rechten Seite weiße Bereiche frei.

Schritt 2
Definition der linken Seite
Jetzt ist die Zeit für dickere Farben und kräftigere Farbtöne. Versuche, nur wenige helle Stellen zu behalten, und scheue dich nicht, viel Farbe für die Gebäude zu verwenden. Ich lasse die Farbe auf der linken Seite locker herunterlaufen – das ist meine Signatur, und ich mag es einfach! Hab keine Angst zu experimentieren und nimm alle unerwarteten Effekte hin, die auf deinem Papier entstehen.

Schritt 3
Weiter mit dem Definieren
Jetzt bin ich zur rechten Seite übergegangen und habe mehr Details und Schatten hinzugefügt. Ich wollte es heller halten, um den schönen Kontrast mit dem Gebäude dahinter zu bewahren.

Schritt 4
Der letzte Schliff
Jetzt ist es an der Zeit, starke Schatten hinzuzufügen, wo es nötig ist, und kleine Details zu malen, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollen. Ich habe die Fenster sehr dunkel gemalt und die großen Bögen auf der linken Seite mit noch mehr Schatten versehen. Mit einem kleinen Pinsel habe ich Treppenlinien und Details auf den Erhebungen gemalt.

Schritt 5
Geschafft!
Ganz zum Schluss kamen noch Menschen und Stromkabel hinzu. In diesem Schritt arbeite ich mit Farbe direkt aus der Tube – einer Mischung aus Violett und Grün für alle schwarzen Details sowie Deckweiß für subtile Highlights.

Ich hoffe, das Endergebnis gefällt dir! Wenn du Fragen hast, kannst du mich gerne auf Instagram @kasia_wiercinska kontaktieren. Wenn du mitmalst, teile dein fertiges Bild unbedingt mit mir! Viel Spaß beim Malen! – Kasia









