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Interview · KUM Magazin #3 · Oktober 2024

Kerstin: Schrift und Farbe aus Niederbayern

Drei Jungs, ein alter Hof und ein Farbtagebuch: Kerstin über ihr Label kerafein und wo ihre Farbpaletten herkommen.

@kerafein ↗Profil von Kerstin

Aquarell eines Wohnzimmers mit Sessel und Pflanzen von Kerstin
Porträt von Kerstin

Wie geht’s dir so als Mama mit drei Jungs?

Mir geht’s richtig gut, die „Männerwirtschaft“ erdet mich und ist quasi das Gegenstück zu meinem kreativen Kopf. Kurz gesagt: „Organisation ist alles, und lerne, über das Chaos hinwegzusehen.“

Wo wohnst du, und wie wohnst du?

Ich wohne mitten in Niederbayern auf einem alten „Hof“. Wir haben vor 23 Jahren neu gebaut, und deshalb habe ich wahnsinnig viel Platz und Natur um mich. Meinen Einrichtungsstil würde ich als „schlicht, modern, etwas shabby, viel Holz und selbstgemacht“ beschreiben. Ich umgebe mich am liebsten mit ruhigen, natürlichen, entsättigten Farbpaletten, die mein Auge und meinen Kopf erden.

In welchen Bereichen bist du künstlerisch unterwegs?

Unter meinem Label kerafein biete ich im Südosten Bayerns und Oberösterreichs Dienstleistungen rund um Schrift und Farbe an. Dazu gehören Workshops für Kinder und Erwachsene, Events, Firmenkooperationen und Auftragsarbeiten.

Aquarellierte Blumen, ausgeschnitten und arrangiertBaum in AquarellBunte Blumenwiese in Aquarell

Wie kommst du auf dein Farbschema?

Kreativität ist für mich das bewusste Gestalten des eigenen Lebensumfeldes. Dadurch entstehen Dinge um mich herum einfach. Manchmal laufe ich durch die Stadt und bleibe an einer Farbkombination hängen, dann wiederum begeistert mich das Licht bei meiner Morgenrunde. In Summe kann ich das gar nicht genau sagen, es ist einfach sehr präsent da.

Was inspiriert dich für deine Farbkombinationen?

Ich stöbere gerne in Bildern aus den Bereichen Architektur, Interieur und Florales und notiere mir stimmige Kompositionen in meinem Farbtagebuch.

Wie bist du zur Kunst gekommen?

Oh, die Frage ist komplex. Ich bin kreativ, seit ich denken kann. Alles begann mit meinem Schneewittchen-Malbuch in Omas Nähstube. Die Malwerkstatt meines Opas war in meiner Kindheit sehr präsent, und ich habe viel ausprobiert und schon früh viele Malmedien kennengelernt. Nach meiner Ausbildung und einem eher technischen Job, den Kindern und drei familiären Herausforderungen habe ich beschlossen, meine Arbeit wieder „glückseliger“ zu gestalten. So gründete ich im März 2019 mein Label kerafein.

Woher nimmst du täglich deine Inspiration?

Ich gehöre sicherlich zu den Menschen, die mit weit offenem Radar durch die Welt laufen. Konkrete Aufgaben lassen mich auf Hochtouren laufen – ich brauche aber auch den Rückzug und Stille, um zu spielen und die wirklich guten Ideen zu realisieren.

Detail eines Interieur-AquarellsFlorale TuschezeichnungHerbstliche Aquarellstudie mit Pilzen und Beeren