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Step by Step · KUM Magazin #3 · Oktober 2024

Maike: Fliegenpilz Step by Step

Maskierflüssigkeit, nass in nass, flüssige Zeichenkohle: Maike malt einen Fliegenpilz und erzählt, warum man ein Bild zu Ende malen sollte.

@mai_lan_8 ↗

Aquarell zweier Fliegenpilze im Moos
Maike sitzt im Wald und zeichnet

Wer bist du und was machst du im Leben?

Hallo, mein Name ist Maike. Unter dem Namen „mai_lan_8“ teile ich meine Aquarellkunstwerke auf Instagram. Ich bin verheiratet, habe einen lieben Sohn und lebe glücklich in einem Dorf im Landkreis Heilbronn. Seit 2016 betreue ich Kinder an einer kleinen Dorfgrundschule, und das macht mir sehr viel Freude.

Wie bist du zur Aquarellmalerei gekommen?

Das Zeichnen und Schreiben war schon immer meine Leidenschaft, seit ich ein Kind war. Ich stamme aus einer kreativen Familie. Mein Großvater hatte eine sehr schöne Handschrift, und ich kann immer noch das Quietschen des Markers hören, wenn er Plakate schrieb.

Den ersten Berührungspunkt mit Aquarellfarben hatte ich, als mir mein Onkel, der Ölbilder malte, eines Tages seinen alten Aquarellmalkasten schenkte. Zunächst konnte ich damit nicht viel anfangen und malte weiter mit Ölfarben, Acryl oder einem einfachen Bleistift. Als ich merkte, welche schönen Effekte man mit gutem Papier erzielen kann, war ich von der Aquarellmalerei so sehr beeindruckt. Von da an war ich in die Aquarellmalerei verliebt!

Tipps für den eigenen Stil und gegen das kreative Loch

  • Das Wichtigste ist, authentisch zu sein. Natürlich inspirieren mich auch andere Künstler und lassen mich Neues entdecken, aber es ist immer das, was DU daraus machst.
  • Höre auf, dich mit anderen zu vergleichen, und befreie dich von dem Gedanken, perfekt sein zu wollen!
  • Ein kreativer Tiefpunkt gehört zum Kreativsein dazu. Wenn dir die Motivation fehlt, dann gönn dir eine Pause. Setz dich nicht unter Druck.
  • Bring deine Arbeit zu Ende, auch wenn du sie vor Wut am liebsten wegwerfen würdest. Meistens wirst du mit einem Ergebnis belohnt, das dir gefällt. Und im schlimmsten Fall war es eine neue Erfahrung und ein wichtiger Prozess, an dem du wieder gewachsen bist!

Welches Medium würdest du gern noch ausprobieren?

Es gibt viele Materialien, die ich gerne ausprobieren würde. Ich interessiere mich zum Beispiel sehr für die Technik der Harzkunst. Ich habe Marker auf Alkoholbasis geschenkt bekommen, aber leider habe ich sie noch nicht ausprobiert. Wenn ich mich trauen würde, würde ich gerne irgendwo ein Graffiti sprühen, aber das ist mein kleines Geheimnis!

Fliegenpilz Step by Step mit Maike

  1. Schritt 1

    Skizze und Maskierflüssigkeit

    Bevor du mit dem Skizzieren beginnst: Achte darauf, dass du mit schwerem Papier (300 g) arbeitest. Zeichne deine Pilze mit einem Bleistift und tupfe mit Maskierflüssigkeit kleine Flocken auf den Pilzhut.

  2. Schritt 2

    Der Pilzhut, nass in nass

    Natürlich kannst du auch andere Rottöne für deinen Pilz verwenden. Am besten probierst du die Farben deiner Wahl vorher auf einem Testpapier aus. Ich bevorzuge hierfür die „Nass-in-Nass“-Technik: Das Papier sollte nicht klatschnass sein, sondern nur leicht glänzen, sonst gibt es später unschöne Wasserflecken. Nimm sauberes Wasser und benetze den Pilzhut mit einem Pinsel. Male nun die erste Schicht des Pilzhutes mit dunklem Cadmiumrot an und trage dann etwas mehr Pigment auf die Seiten und die Oberseite auf. Tupfe mit dem Pinsel etwas Permanent Orange auf die rechte Seite des Pilzes in das noch feuchte Rot. Wenn das Ganze etwas getrocknet ist, ziehe ich mit viel rotem Pigment und einem dünnen Pinsel einen Halbkreis um die mit Maskierflüssigkeit gesetzten Flocken, damit der Pilz später realistischer aussieht.

  3. Schritt 3

    Der Stiel

    Um keine Farbe mischen zu müssen, habe ich für den Stiel flüssige Zeichenkohle sehr stark verdünnt und mit der „Nass-in-Nass“-Technik dezent gemalt. Natürlich kannst du auch dein eigenes Grau mischen. Schatten und Strukturen des Pilzes lassen sich optimal andeuten, wenn man den nassen Stängel nochmals mit etwas mehr Pigment betupft. Aber nicht zu viel!

  4. Schritt 4

    Flocken und Details

    Nun reibe ich die Maskierflüssigkeit vorsichtig weg. Um mehr Tiefe in den Pilzhut zu bringen, tupfe ich mit einem dünnen Pinsel in die weißen Flecken stark verdünnten Lasur-Ocker. Mit diesem warmen Gelbton fahre ich mit einem dickeren Pinsel an der linken Seite des Stiels entlang, damit alles harmonischer aussieht. Gerne kannst du auch mit weißer Gouachefarbe oder einem weißen Gelstift Akzente setzen. Mit etwas angedeutetem grünen Gras oder Moos rundest du deine Illustration ab.

    Flocken und Details

Ich wünsche dir viel Spaß beim Nachmalen! Wenn du deine Arbeit gerne teilst, würde ich mich sehr über deine Verlinkung (@mai_lan_8) freuen, damit ich deinen Pilz bewundern kann.

Weiteres Aquarell von Maike